Hilfe und Behandlungen des Asperger Syndroms

Die Diagnose des Asperger Syndroms wird von einem Kinderpsychiater auf der Grundlage eines speziellen Fragebogens und einer eingehenden Beobachtung der Verhaltensweise des betreffenden Kindes gestellt. Der Kinderpsychiater schließt zunächst alle anderen in Frage kommenden Krankheiten und Störungen aus, die gleiche oder ähnliche Symptome aufweisen können.



Autismus und seine schwächere Form, das Asperger Syndrom, können nicht geheilt werden. Die Krankheit besteht ein Leben lang. Die Therapie zielt auf die Verbesserung der individuellen Schwächen und Stärken des Betroffenen ab. Dazu zählen die Förderung der geistigen und motorischen Entwicklung, Hilfestellung beim Aufbau sozialer Kontakte und die Unterstützung der Familie. Den Eltern eines Kindes mit Asperger Syndrom kommt eine Schlüsselrolle in der Therapie zu. Sie müssen lernen, ihr Kind so anzunehmen, wie es ist, Verständnis für sein von der Norm abweichendes Verhalten aufbringen, ihm Rückzugsmöglichkeiten einräumen, klare Strukturen im Alltag schaffen, die dem Kind Halt geben, einfühlsam soziale Kontakte fördern, seine schulischen Leistungen loben und Anteilnahme an den speziellen Interessengebieten des Kindes zeigen.



Eine medikamentöse Therapie steht für das Asperger Syndrom nicht zur Verfügung. Es können lediglich eventuelle Begleiterscheinungen mediamentös therapiert werden. Dazu zählen beispielsweise epileptische Anfälle, Hang zu Selbstverletzungen, Aufmerksamkeitsdefizite oder Spannungszustände.
Sehr wichtig ist auch ein Verhaltenstraining für den Betroffenen, um ihm dabei zu helfen, soziale Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und die interaktive Kommunikation zu fördern. Musik-, Kunst- und Ergotherapien können ebenfalls dazu beitragen, das Sozialverhalten zu fördern. Auch Therapieansätze mit Tieren (Reit- oder Delphintherapie) haben bereits positive Erfolge erzielt.

Da bei den Betroffenen meist auch die motorische und sprachliche Entwicklung verzögert ist, können auch eine spezielle Krankengymnastik und eine logopädische Förderung hilfreich sein.
Betroffene mit dem Asperger Syndrom können je nach Ausbildung und Grad des Syndroms in der Regel als Erwachsene ein selbständiges Leben führen und auch einen Beruf ausüben. Bei schwereren Formen können Betroffene in sozialen Einrichtungen und Wohngruppen ein weitgehend eigenständiges Leben führen.